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„Tysk nu“ – eine Konferenz zur deutschen Sprache und Kultur in Dänemark

28. Oktober 2009
SoeinDing 028komp

"So ein Ding" - ein Geschäft in Århus

Anlass der Konferenz “Tysk nu”  am 23.10.  in Kopenhagen ist der Rückgang der deutschen Sprache in Dänemark.

Dabei heißt es: “Deutsch ist trendy” und Kopenhagener Cafes oder Kneipen mit Namen wie „Gefährlich“, „Straßen“ oder „Zum Biergarten scheinen dies zu belegen, genauso wie etwa der Titel eines bekannten dänischen Satireprogramms: „Normalerweize“ - oder zahlreiche neue deutsche, oder auch nur vermeintlich deutsche Lehnwörter in der dänischen Sprache. Auch auf der Konferenz wies man auf dieses Phänomen hin, ebenso darauf, dass zur Zeit Musik von „Tokio Hotel“ bei Jugendlichen angesagt ist, während Intellektuelle Bücher von Joachim Fest lesen und sich für die Einwandererdebatte in Deutschland interessieren.

Aber der Literaturwissenschaftler Moritz Schramm (Universität Odense) bringt das Problem auf den Punkt, wenn er betont, dass das Interesse von Dänen an der deutschen Kultur nicht mehr gleichzeitig mit entsprechenden Deutschkenntnissen einhergehe.

Obwohl die Bedeutung Deutschlands für Dänemark gewachsen sei, werde weniger Deutsch gelernt, so Karen Sonne Jakobsen, Lektorin an der Universität in Roskilde.

Ist die mangelnde Deutsch-Ausbildung der Folkeskole-Lehrer dafür verantwortlich? Oder Schulreformen, die Deutsch zum Wahlfach neben anderen machten und manche Fächerkombinationen mit Deutsch erschweren? Oder ein Desinteresse der dänischen Medien an aktueller deutscher Populärkultur? Über dies und anderes wurde auf der Konferenz debattiert.

Der Journalist Steen Bille von Danmarks Radio (DR) beschrieb in seinem Vortrag ein Phänomen, das vielleicht nicht nur in Dänemark, sondern in vielen Regionen weltweit zu beobachten ist: Eine Rückbesinnung und Stolz auf die eigene Nationalität, einhergehend mit der Propagierung von Englisch als globaler Sprache, die als Instrument zur Verständigung außerhalb der eigenen Nation ausreiche. Andere Sichtweisen als die eigene oder die angelsächsische werden nicht mehr zur Kenntnis genommen. Von mehreren Rednern wurde auf die Chancen hingewiesen, die dagegen eine zweite Fremdsprache (neben Englisch) biete: andere nationale Perspektiven und Sichtweisen aus erster Hand zu erfahren.

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